| Geschichte
einzelner Spiele
Puzzle: Die Idee des Puzzles
kommt von dem englischen Kupferstecher John Spilsbury. Um 1763 klebte
er Landkartendrucke auf dünne Holzbretter, zersägte
sie entlang der Ländergrenzen und bot sie als Lernhilfe
für den Erdkunde-Unterricht an. Die Idee überzeugte,
denn in ganz England breitete das Puzzle sich bald als Lernhilfe
für alle Fächer sowie als beliebte Unterhaltung
für Erwachsene aus. Europa und Amerika eroberte das Puzzle
erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Begriff
„Puzzle“ bedeutet im
Englischen auch Verwirrung oder Kopfzerbrechen. Die Bezeichnung
„jigsaw-Puzzle“ stammt ebenfalls aus dieser Zeit.
Die Konstruktion von mechanischen Wippsägen (Jigsaw)
beschleunigte und verbilligte die Herstellung. Die Massenproduktion von
Puzzles setzte Anfang des 20. Jahrhunderts ein, indem man anfing Puzzles maschinell aus Karton
zu stanzen.
Pentomino: Das
ursprüngliche Spiel war für zwei Spieler gedacht.
Solomon W. Golomb entwickelte es um 1960 in den USA. Jeder der
zwölf Spielsteine besteht aus jeweils fünf
zusammenhängenden Quadraten. Auf ein Spielbrett von 8x8
Quadraten mussten die Spieler die Steine so legen, dass der Gegner
keinen Zug mehr machen konnte oder dass man selbst den letzten Stein
des vollständigen Quadrates legt. Pentomino hat somit nie mehr
als zwölf Züge und endet immer mit einer
Entscheidung. Mit der Zeit wurde die Spielidee weiterentwickelt.
Rechtecke, Quader und viele weitere geometrische Figuren
können aus den Spielsteinen entstehen.
Tangram: In Europa und Amerika
ist Tangram seit Anfang des 18. Jahrhunderts verbreitet. In China ist
es als Siebenschlau oder „Ch’i Ch’ae
pan“ bekannt. Der Ursprung des Spiels ist unbekannt.
Spekulationen gibt es jedoch reichlich. Die Idee, dass Tangram ein
chinesisches Spiel mit mystischem Hintergrund ist, stammt von dem
amerikanischen „Puzzle-König“ Sam Loyd. Er
veröffentlichte 1903 „Das achte Buch Tan“
mit mehr als 600 Mustern zu dem Spiel. In dem Buch behauptet er, das
Spiel sei 4000 Jahre alt, vom Gott Tan erfunden und in dem Werk
„Sieben Bücher des Tan“ mit tausend
Figuren beschrieben. Mittlerweile ist bewiesen, dass Loyds Geschichte
des Tangram völlig frei erfunden ist, trotzdem fallen immer
noch Menschen darauf rein.
Kalaha: Kein Spiel hat so
viele Namen. Am häufigsten wird die Bezeichnung
„Mancala“ verwendet: vom arabischen Wort
„naqala“ – bewegen, wegnehmen. Der
Begriff „Kalaha“ wird auf zwei Arten gedeutet. Zum
einen bezieht er sich auf die Kalahari-Wüste in
Südafrika und zum anderen auf Kalach, dem biblischen Namen
für die Nimrud, der früheren Hauptstadt des
assyrischen Reiches. In Deutschland ist es als
„Bohnenspiel“ bekannt, die Amerikaner nennen es
„Peanut-Game“. Seinen Ursprung hat das Spiel in
Babylon, Arabien und Ägypten. Vermutlich wurde es bereits vor
mehr als 3000 Jahren gespielt. Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es
so viele Variationen von Kalaha, dass es als Nationalspiel Afrikas
bezeichnet wird.
|